Andacht

Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. (Johannes 15,13)

Liebe Leserinnen und Leser,  

würden Sie freiwillig ein Rettungsboot verlassen, wenn Wasser und Proviant nicht für alle, sondern für eine Person weniger reichen? Und zwar irgendwo draußen auf dem weiten Ozean? Würden Sie von sich aus für andere, vielleicht Freunde, Ihr Leben opfern? 
Das Leben für andere zu lassen – das widerspricht unserem angeborenen Lebenswillen. Das ist wider die Natur, denn alle wollen und sollen leben! Schon bei Neugeborenen kann man diesen unbändigen Lebenswillen beobachten – und vor allem hören. Verspürt ein Baby Hunger, kann es notfalls die ganze Welt zusammenschreien. 
Sie kennen das: Da heißt es „Ich kenn´ einen, der einen kennt, der kennt einen!“ Ja, bei einem war das wirklich so anders. Einer ist für alle über Bord gegangen - damit wir leben. Frei von Neid oder Selbstsucht. Aus reiner Liebe. Wir können über diesen einen immer wieder nur staunen. Und doch auch etwas tun: dessen Liebe lebhaft weitergeben und teilen. Wenigstens das können wir doch, ohne selbst sterben zu müssen. In aller evangelischen Freiheit – und frei zu einer VerANTWORTung aus Liebe. Das nicht zu vergessen lädt uns die Passions- und Osterzeit wieder ein. Sie kennen den bestimmt auch…


Ich kenne einen
der ließ sich von uns die Suppe versalzen
der ließ sich von uns die Chancen vermasseln
der ließ sich von uns das Handwerk legen
der ließ sich von uns für dumm verkaufen
der ließ sich einen Strick drehen
der ließ sich an der Nase herumführen
der ließ sich übers Ohr hauen
der ließ sich von uns kleinkriegen
der ließ sich von uns aufs Kreuz legen
der ließ sich von uns Nägel mit Köpfen machen
der ließ sich zeigen was ein Hammer ist
der ließ sich von uns festnageln auf sein Wort
der ließ sich seine Sache was kosten
der ließ sich sehen am dritten Tag
der konnte sich sehen lassen


v. Lothar Zenetti

 

Es grüßt Sie und Euch herzlich 

 

 

 

 

 

 

Pastor Stephan Büttner